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Aufwachen dank Strom

Komapatienten sind nicht einzuschätzen. Wachen Sie wieder auf? Wann? Neue Forschungen könnten nun Hoffnung bringen.

Zuerst stellte sich die Frage für ein isrealisch-amerikanisches Forschungsteam., wo genau im Hirn der Schalter von Schlafen auf Wachen gestellt werden kann. Hierzu nutzten sie bisherige Forschungsergebnisse, die berichteten, dass bei Affen und Ratten der Bewusstseinszustand im Thalamus gesteuert wird, einer Schaltzentrale in unserem Zwischenhirn, welche Reize von unseren Sinnesorganen verarbeitet und Bewegungen kontrolliert. Und dieses Hirnareal steht mit vielen weiteren Regionen im direkten Kontakt, beispielsweise auch dem Frontallappen unseres Gehirns; hier werden motorische Funktionen gesteuert und Emotionen verarbeitet.

Neue Ansätze

Komapatienten sind nicht einzuschätzen. Wachen Sie wieder auf? Wann? Neue Forschungen könnten nun Hoffnung bringen.

Dank moderner Therapiemethoden und Früherkennungsmaßnahmen gehen die Sterblichkeit durch Tumorerkrankungen immer weiter zurück. Trotzdem stellt eine Krebserkrankung und die damit einhergehende medizinische Behandlung eine große Herausforderung für Patienten dar, die sich auf körperlicher, emotionaler und sozialer Ebene bemerkbar machen kann. Lange Zeit waren Ärzte und Therapeuten unsicher inwiefern Bewegung zur Vorbeugung und bei der Behandlung von Krebspatienten eingesetzt werden kann oder eventuell sogar kontraproduktiv sein könne. In Kombination mit der schockierenden Diagnose wurden den verunsicherten Patienten Schonung und Ruhe empfohlen, obwohl Menschen in solchen Ausnahmesituationen ohnehin zu Passivität und sozialem Rückzug neigen. Mittlerweile ist die Empfehlung körperlicher Aktivität in der Onkologie weitverbreitet und nicht mehr wegzudenken – auch in der Prävention.

Forschung

Die Forscher verlegten also Elektroden in diesen Hirnbereich der Versuchstiere und setzten diese unter Narkose. Weit vor dem eigentlichen Erwachen wurden nun die Areale durch feinste Stromreize stimuliert. Der Effekt: Die Tiere wachten auf und auch alle Körperfunktionen entsprachen dem wachen Zustand. Wurde die Elektrostimulation ausgesetzt, schliefen Sie erneut ein. Zudem zeigte sich, dass andere Hirnregionen auf die Stimulation nicht reagierten, beziehungsweise die Tiere weiter schliefen. Selbst kleinste Abweichungen zum zentralen lateralen Nucleus des Thalamus, und es gab kein Erwachen. Aber: War das Erwachen echt?

Abstufungen

Neurologen sind sicher, dass der stimulierte Wachzustand nicht dem normalen Wachzustand entspricht. Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, denn nach Ansicht der Forscher gibt es eine Fülle an Abstufungen zwischen Wachen und Schlafend. Da leider mit den Tieren nicht kommuniziert werden kann, bliebt die exakte Art des Wachseins weiterhin ein Rätsel. Dennoch könnten die Ergebnisse wichtig für Komapatienten sein. Hier könnten Therapien ansetzen um diese »aufzuwecken«. Dass solche tiefen Hirnstimulationen durchaus erfolgreich sein können, wurde bereits im Jahr 2007 gezeigt.

Damals war ein aufgewachter Komapatient nicht mehr kommunikationsfähig. Nachdem sein Hirn tiefenstimuliert wurde, konnte er sowohl wieder sprechen, wie auch selbstständig essen. Bis aber Therapien an Patienten, die sich noch im Koma befinden, angewendet werden können, braucht es noch eine Fülle an weiteren Experimenten und erfolgreichen Ergebnissen. Die Technik allerdings ist eine seit Langem angewandte. So werden beispielsweise Hirnschrittmacher bei Parkinson-Patienten eingesetzt; durch die eingesetzten Reizströme kann dann das typische Zittern abgestellt werden.

Diese Methoden gibt es schon

Jährlich fallen Zehntausende Menschen in Deutschland durch erworbene Hirnschädigungen, zum Beispiel durch einen Unfall, ins Koma. Eines der wesentlichen Kernprinzipien in der Rehabilitation dieser Menschen ist die frühe Mobilisierung und Aufrichtung. Das heißt, letztlich sollen auch Komapatienten zum Stehen gebracht werden. Hierdurch werden Wachheit und Aufmerksamkeit der Patienten unterstützt, gleichzeitig wird das Herz-Kreislauf-System trainiert. Mit dem Erigo®Pro wird im Therapiezentrum Burgau eines der fortschrittlichsten Medizingeräte für die Frührehabilitation und Patientenmobilisierung eingesetzt. Damit können noch mehr Menschen im Koma möglichst früh nahezu bis zum Stehen gebracht werden.

In den Erigo®Pro sind neben der Liegefläche, die bis zum Stehen aufgerichtet (sogenannte Vertikalisierung) werden kann, auch ein robotisches Beintrainingssystem sowie Elektroden integriert, die die Beinmuskulatur der Patienten gezielt stimulieren. Hierdurch können die schwer betroffenen Patienten künftig noch früher und umfassender aktiviert werden als bisher. Dies findet in Verbindung mit dem seit über 26 Jahren bewährten Burgauer Therapiekonzept statt, indem Therapeuten und Pflegekräfte die vermehrte Wachheit und Aufmerksamkeit für weitere Therapien nutzen können. Das integrierte Beintraining erfüllt neben der Aktivierungskomponente noch die Funktion der Kreislaufaktivierung, sodass die Patienten möglichst lange in der aufrechten Position verbleiben können. Und noch etwas zur Definition: Was für Laien das Wachkoma ist, nennen Ärzte „Syndrom reaktionsloser Wachheit“ (SRW).

Dieser neue Begriff löst die alten bisherigen Bezeichnungen „permanenter vegetativer Zustand“ und „apallisches Syndrom“ ab. Im Zustand des SRW haben die Patienten zwar die Augen geöffnet, zeigen aber keine äußerlich erkennbaren Bewusstseinsregungen. Zwar funktionieren lebenswichtige Funktionen wie Atmung und Verdauung noch selbstständig, teilweise ist sogar ein Schlaf-Wach-Rhythmus ausgeprägt, aber gezielte Bewegungen oder gar Kommunikation sind nicht möglich. Am häufigsten tritt ein SWR nach traumatischer Verletzung des Gehirns oder nach Herz-Kreislauf-Wiederbelebung (Reanimation) auf.