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Nach dem Brustkrebs

Nach der Brustkrebsdiagnose ist es wichtig, dass Frauen all die Informationen erhalten, die sie benötigen, um die für sie angemessene Behandlungsoption auszuwählen.

Die Diagnose Brustkrebs ist für eine Frau ein gewaltiger Schock. Wie schnell muss gehandelt werden? Sie wird alles daransetzen, den Krebs so schnell wie möglich zu überwinden und ihre Überlebenschancen zu steigern. Doch meist handelt es sich nicht um einen medizinischen Notfall wie beispielsweise einen Herzinfarkt, bei dem sofort gehandelt werden muss. Es bleibt Zeit, um sich gut zu informieren und die Behandlungsoptionen gegeneinander abzuwägen. Das setzt selbstverständlich ausreichende Informationen vom Arzt und dem gesamten medizinischen Team voraus. Eine Frau soll sich also in Ruhe entscheiden, denn viele dieser Entscheidungen sind unumkehrbar.

Behandlungsoptionen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Operation: die direkte Mastektomie, das ist die vollständige oder teilweise Entfernung der Brustdrüse, die Mastektomie mit unmittelbarer Rekonstruktion oder die mit zeitversetzter Rekonstruktion. Viele Frauen kennen sich damit nicht aus und sie brauchen Zeit, um die Unterschiede zu verstehen und zu entscheiden, was sie wirklich wollen. Frauen befürchten, dass Fragen zu ihrem Äußeren als Eitelkeit ausgelegt werden könnten; das ist aber nicht der Fall — sondern Teil der langfristigen Ergebnisse. Heutzutage steht das Überleben vermehrt im Mittelpunkt und eine richtige Entscheidung am Beginn der Behandlung bewirkt, dass sich die Patientin am Ende — und ihr restliches Leben lang sehr viel besser fühlt.

Brustkrebs ist auch nicht gleich Brustkrebs. Manche Frauen brauchen für ihre Entscheidungen einfach länger, weil ihre Behandlung nicht mit chirurgischen Eingriffen, sondern mit präoperativer Chemotherapie oder Medikamenten beginnt, die den Tumor verkleinern sollen, was die Möglichkeit einer brusterhaltenden Operation statt Mastektomie nicht ausschließt.

Selbsthilfegruppen bei Brustkrebs

Bevor die Entscheidung getroffen wird, können sich Frauen zum Beispiel bei spezialisierten klinischen Krankenpflegerinnen informieren und sich Rekonstruktionen der Brust zeigen lassen und so eine Ahnung davon bekommen, wie das Leben nach der Diagnose weitergeht. Dort kann man Brustprothesen anfassen, Implantate befühlen und sich Fotos von Rekonstruktionen anschauen.

In manchen Abteilungen der Plastischen Chirurgie gibt es eine Art Präventionskurs, bei dem sich Frauen treffen und über ihre Brustkrebserkrankung sprechen, ihre Rekonstruktionen zeigen und anderen erlauben, diese zu berühren. „Frauen, die kurz vor einer Behandlung stehen, helfen diese Gruppen sehr, und es zeigt außerdem, wie selbstsicher Patientinnen nach einer Operation auftreten können“, sagt die Brustchirurgin Jo Franks. „Wichtig ist jedoch, dass keine Chirurgen mit dabei sind — es geht nicht um unsere Einstellungen zur Brustchirurgie, sondern um die persönlichen Ansichten der Frauen, und der offene Austausch funktioniert eben nur ohne Chirurgen.“

Brustprothetische Versorgung

Wenn nicht brusterhaltend operiert werden konnte, gibt es eine riesige Auswahl an Brustprothesen und Ausgleichsformen, das sind Teilprothesen, die in den BH oder den Badeanzug ergänzend eingelegt werden. Immer gilt: Je besser die Brustprothese passt, je mehr sie der noch verbliebenen Brust ähnelt, desto mehr Sicherheit gibt sie den Frauen und desto besser können sie sie akzeptieren. Wichtig für die Akzeptanz ist jedoch auch, dass die Frauen aktiv zwischen den verschiedenen Brustprothesen auswählen können. Denn selbst zu entscheiden, welche Brustprothese sie fortan tragen wollen, gibt ihnen auch ein Stück Autonomie zurück. Eine Brustprothese kann helfen, den veränderten Körper zu akzeptieren.

Die Pflegewissenschaftlerin Regina Wiedemann hat in ihrer Dissertation untersucht, wie es in Deutschland um die brustprothetische Versorgung von Frauen nach einer Mastektomie aufgrund von Brustkrebs bestellt ist. Sie fand heraus, dass 70 bis 80 Prozent der Frauen nach Brustkrebs mit ihrem äußerlichen Brustausgleich zufrieden sind. „Frauen möchten wieder zurück in ihr „normales Leben“ finden, das heißt: Normalität erleben. Dazu gehört auch, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, wenn möglich, die „Ein-Seitigkeit“ anzunehmen – denn mit dem Körper wurde auch ein Teil ihrer Identität verletzt.

Wie gut den Frauen das gelingt, hängt dann nicht nur davon ab, wie gut die Prothese die fehlende Brust „kaschiert“, sondern auch, was Weiblichkeit und Frausein für sie bedeuten“, sagt Regina Wiedemann. Was erwarten sie von einem Brustausgleich? „Dass sie ihrer verbliebenen Brust so ähnlich ist wie möglich, sowohl vom Aussehen her als auch vom Gefühl. Den meisten Frauen geht es tatsächlich vor allem darum, dass andere Menschen den Brustverlust nicht bemerken.“