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Werbebeitrag/ Autorin: Anne Klein

In den Schlaf rauschen

Bei einem trockenen Auge steckt nicht immer eine Allergie oder zu viel Bildschirmarbeit dahinter. Auch die ­Wechseljahre können eine Rolle spielen. Viele Frauen bemerken während der Perimenopause und nach der Menopause Veränderungen an den Augen. Dazu gehört auch das sogenannte trockene Auge, medizinisch „Dry Eye Disease“ (DED). Dabei handelt es sich nicht lediglich um einen Mangel an Tränenflüssigkeit. Vielmehr ist das empfindliche Gleichgewicht der Augenoberfläche und des Tränenfilms gestört.

Der Tränenfilm schützt die Hornhaut, hält die Augenoberfläche feucht und sorgt gleichzeitig für eine glatte optische Oberfläche. Er besteht aus mehreren Komponenten und wird unter anderem von der Tränendrüse sowie den Meibom-Drüsen am Lidrand gebildet. Diese Drüsen produzieren eine fetthaltige Substanz, die verhindert, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Ist der Tränenfilm instabil, kann die Augenoberfläche austrocknen und gereizt werden. Typische Beschwerden sind Brennen, Jucken, Rötung, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen oder ein unangenehmes Fremdkörpergefühl. Paradoxerweise können trockene Augen sogar stärker tränen. Das Auge versucht dann, die Reizung durch eine vermehrte, allerdings wenig stabile Tränenproduktion auszugleichen. Fachleute beschreiben das trockene Auge deshalb als multifaktorielle Erkrankung, bei der unter anderem Instabilität und erhöhte Osmolarität des Tränenfilms, Entzündungsprozesse und Veränderungen der Augenoberfläche eine Rolle spielen.

Noch nicht alles erklärbar

Warum die Beschwerden gerade in den Wechseljahren auftreten oder sich verstärken können, ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht jedoch, dass hormonelle Veränderungen die Augenoberfläche beeinflussen. Frauen sind insgesamt häufiger von trockenen Augen betroffen als Männer. Neben dem Alter werden dabei auch Sexualhormone als Einflussfaktoren diskutiert. Während der Wechseljahre verändert sich das Zusammenspiel verschiedener Hormone erheblich. Besonders die Produktion von Östrogen und Androgenen nimmt beziehungsweise verändert sich. Die Forschung deutet darauf hin, dass vor allem ein Rückgang der Androgenwirkung für die Funktion der Tränen- und Meibom-Drüsen bedeutsam sein könnte. Androgene beeinflussen unter anderem die Struktur und Funktion der Meibom-Drüsen. Ein Mangel kann die Qualität der Lipidschicht des Tränenfilms beeinträchtigen und damit die Verdunstung der Tränenflüssigkeit begünstigen.

Die Rolle von Östrogen ist dagegen deutlich komplizierter. Lange wurde angenommen, dass der sinkende Östrogenspiegel während der Menopause unmittelbar für trockene Augen verantwortlich sei. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeichnen jedoch kein so eindeutiges Bild. Sowohl niedrige als auch höhere Östrogenspiegel wurden in einzelnen Studien mit trockenen Augen in Verbindung gebracht. Auch die Wirkung von Progesteron ist nicht abschließend geklärt. Nach heutigem Forschungsstand lässt sich deshalb nicht sagen, dass allein der sinkende Östrogenspiegel die Augenbeschwerden verursacht. Vielmehr dürfte ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hormone, des Alters, der Tränenproduktion und der Funktion der Meibom-Drüsen dahinterstehen.

Zusätzlich können weitere typische Veränderungen dieser Lebensphase die Beschwerden verstärken. Die Augenoberfläche reagiert empfindlich auf äußere Einflüsse. Trockene Raumluft, Klimaanlagen, Heizungsluft, Wind und Zigarettenrauch können den Tränenfilm destabilisieren. Auch lange Bildschirmzeiten spielen eine Rolle, weil beim konzentrierten Blick auf Monitor, Tablet oder Smartphone deutlich seltener geblinzelt wird. Dadurch verteilt sich der Tränenfilm weniger regelmäßig über die Hornhaut und verdunstet schneller. Kontaktlinsen können trockene Augen ebenfalls begünstigen oder vorhandene Beschwerden verstärken.

Was hilft?

Bei leichten Beschwerden können künstliche Tränen die Augenoberfläche unterstützen. Je nach Ursache und Ausprägung kommen unterschiedliche Präparate infrage, beispielsweise Tropfen mit Hyaluronsäure oder anderen tränenfilmstabilisierenden Substanzen. Bei häufiger Anwendung sind konservierungsmittelfreie Präparate häufig sinnvoll, weil Konservierungsstoffe die Augenoberfläche zusätzlich reizen können. Auch regelmäßiges bewusstes Blinzeln bei der Bildschirmarbeit, ausreichende Luftfeuchtigkeit und das Vermeiden von direktem Luftzug können helfen. Wichtig ist außerdem, die Augen nicht ständig zu reiben, da dies die gereizte Augenoberfläche zusätzlich belastet.

Halten die Beschwerden an, sind sie ausgeprägt oder treten Sehstörungen, starke Schmerzen oder eine deutliche Rötung auf, sollte die Ursache augenärztlich abgeklärt werden. Denn hinter trockenen und gereizten Augen können auch andere Erkrankungen stecken.