Werbebeitrag/ Autorin: Anne Klein
Achtung Zeckenalarm!
Die in Europa häufigste Zeckenart ist der „gemeine Holzbock“. Er ernährt sich vorwiegend vom Blut von Nagetieren sowie von Rehen und Rotwild. Im Blut dieser Tiere können Krankheitserreger vorkommen, die sich auf die saugende Zecke übertragen und von ihr später an Menschen weitergegeben werden können. Zecken überwintern im Boden. Wird es wärmer als acht Grad, werden sie wieder aktiv und beginnen mit der Suche nach Wirten. Das können Tiere, aber auch Menschen sein. Zecken sind etwa von März bis November aktiv – meist in Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten. Sie halten sich eher da auf, wo es warm und feucht ist: im Gebüsch, im Gras, am Wegrand oder im Unterholz. Zecken lassen sich nicht, wie oft behauptet, von Bäumen auf Menschen herabfallen. Man streift sie vielmehr ab, wenn man durch hohes Gras oder durchs Gebüsch geht. Da Hunde oder Katzen viel durchs Unterholz und Gebüsch laufen, haben sie auch häufiger Zecken.
Wenn Zecken einen Wirt gefunden haben, suchen sie sich normalerweise Körperstellen, an denen die Haut weich ist. Sie stechen meist nicht sofort, sondern krabbeln manchmal mehrere Stunden am Körper umher. Deshalb können Zecken auch am Haaransatz, hinter den Ohren oder in Hautfalten zu finden sein. Wenn sie eine passende Stelle gefunden haben, ritzen sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut an, verankern sich mit ihrem Stechapparat in der Wunde und saugen sich dann mit Blut voll. Wegen des Saugvorgangs ist es korrekter, von einem Zeckenstich und nicht von einem Zeckenbiss zu sprechen. Der Stich und das Blutsaugen selbst sind nicht schmerzhaft. Wenn die Zecke nicht entdeckt und entfernt wird, fällt sie von selbst ab, wenn sie sich vollgesaugt hat. Meist geschieht dies nach einigen Tagen, manchmal aber erst nach zwei Wochen.
Zecken schnell entfernen
In der Regel spürt man den Stich nicht. Allerdings kann er sich entzünden und einen roten, scharf umrandeten Fleck bilden – höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen, denn eine Entzündung kann auf eine Borreliose hindeuten. Zum Entfernen der Zecke eignet sich ein spitzes Werkzeug wie eine Zeckenzange oder eine Zeckenpinzette. Damit packt man das Tier knapp über der Einstichstelle und zieht es leicht rüttelnd nach hinten heraus. Auf keinen Fall darf die Zecke gequetscht werden, da sie im Todeskampf ihren Darminhalt, dem Sitz der Borrelien-Erreger, in die Haut entleert. Am Ende ist es wichtig, dass die Zecke vollständig entfernt wird. Mit Zeckenkarten geht das nicht so gut, weil man mit einer Karte weder in einen Bauchnabel gelangt noch bei Tieren mit langem Fell damit umgehen kann. Alte Hausmittel wie Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln, dürfen nicht verwendet werden.
Wenn die Zecke entfernt wurde, kann man die Einstichstelle anschließend desinfizieren – mit Alkohol – und auf Überreste der Zecke untersuchen. Falls der Zeckenrüssel als kleiner schwarzer Punkt zurückbleibt, kann eine Ärztin oder ein Arzt ihn entfernen.
In den Wochen nach der Entfernung einer Zecke ist es wichtig, die Einstichstelle zu beobachten. Bildet sich eine ringförmige Hautrötung, kann dies auf eine Borreliose hinweisen. Die Rötung kann manchmal auch an anderen Körperstellen wie Beinen, Kopf oder Hals auftreten. Bei Verdacht auf eine Borreliose ist ein Arztbesuch erforderlich. Dies gilt auch, wenn sich innerhalb von sechs Wochen grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen entwickeln.
FSME und Lyme-Borreliose
Die FSME ist eine von Viren verursachte Infektionserkrankung. Aber nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt beim Menschen dazu. Wird jemand infiziert, verläuft dies bis zu 70 Prozent unbemerkt und harmlos ab. Bei manchen Menschen treten grippeähnliche Symptome auf: Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. Wenn nach zwei bis drei Tagen alles wieder in Ordnung ist, kann es sein, dass der Körper die Erreger besiegt hat. Sollten die Anzeichen nach kurzer Zeit stärker auftreten, deutet dies auf eine akute Infektion mit FSME hin. Bei schweren FSME-Fällen können neurologische Schäden bleiben. Lähmungen, massive Zerstörungen von Nervenzellen, Hirnhautentzündung, in ganz schlimmen Fällen Entzündung des kompletten Gehirns und Befall des Rückenmarks können die Folge sein. In Einzelfällen kann die Infektion sogar tödlich verlaufen. Noch existiert keine Behandlung, die zur Heilung führt. Aus diesem Grund wird die Schutzimpfung in Risikogebieten empfohlen.
Die andere Erkrankung, die Zecken übertragen können, ist die Borreliose. Etwa 20 Prozent der Borrelien-Infektionen entwickeln sich zu Erkrankungen, deren Symptomatik und Schweregrad höchst unterschiedlich ist: Typische Wanderröte (kreisförmige, großflächige Rötungen), die aber nicht zwangsläufig auftreten muss. Grippeähnliche Symptome, Fieber, Kopfschmerzen und bleibende Müdigkeit, wechselnde Schmerzen und Entzündungen in Armen, Beinen oder Gelenken, denn eine ausreichende antibiotische Behandlung verspricht eine hohe Heilungsquote, eine Impfung gibt es nicht.
