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Ayurveda-Kuren

Kuren ist wieder in und Ayurveda sowieso. Was kann also besser sein, als beides miteinander zu verbinden? Bei Ayurveda handelt es sich um eine mehrere tausend Jahre alte Lebenswissenschaft – auch das bedeutet Ayurveda wörtlich übersetzt –, die fast alle modernen medizinischen Disziplinen einbezieht oder zumindest streift. Dabei versteht man unter »Wissenschaft« nicht die westliche Ausprägung mit Versuch und Beweis, sondern es geht hierbei um Erfahrungswerte und zudem eine stark philosophische Betrachtungsweise. Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit, einer der ältesten heute noch von indischen Brahmanen und in Gelehrtenkreisen gebrauchten Hochsprache, und setzt sich aus Ayu und Veda zusammen. Die ältesten bekannten Ursprünge von Ayurveda liegen im alten Indien, wo es als ganzheitliches System bereits lange existierte, ehe es etwa 5.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung schriftlich niedergelegt wurde.

Das macht Ayurveda

Ayurveda beschäftigt sich mit der Vorbeugung und der Heilung von Krankheit in allumfassender Sicht. Nicht Symptome werden bekämpft, sondern die Ursachen von Krankheit und deren Entstehung werden betrachtet. Dies geschieht auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. Neben rein medizinischen Präparaten, die nur von ausgebildeten Ärzten verordnet werden dürfen, gibt es empfehlenswerte Produkte, die aus ayurvedischer Sicht den Anforderungen an natürliche, verträgliche, schonende und ökologisch unbedenkliche Kriterien gerecht werden. Basis von Ayurveda ist die Annahme der drei Lebensenergien, der Doshas. In jedem lebenden Organismus sollen Vata, Pitta und Kapha in einem ausgeglichenen Verhältnis existieren. Je nachdem, welcher Typus in einem Menschen besonders stark ausgeprägt ist und eben, welche Krankheit vorliegt, ordnet ein ayurvedischer Arzt die entsprechenden Therapien an.

In der ayurvedischen Lehre spielen hierbei Massage und Reinigung, Ernährung, spirituelles Yoga und die Pflanzenheilkunde eine Rolle. Die Prämisse, dass Vorbeugen besser als Nachsorgen ist, erläutert David Frawley, ein amerikanischer Ayurveda-Experte, mit »was immer wir selbst tun können, um unsere eigene Gesundheit zu stärken, wirkt besser als das, was andere für uns tun.« Ayurvedische Behandlungen schließlich konzentrieren sich darauf, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktiveren. Dazu gehören etwa Ganzkörper-Ölmassagen von ein oder auch zwei Therapeuten synchron oder der Stirnölguss (Shirodhara) sowie die Fußmassage (Padabhyanga), welche Energieblockaden lösen soll.

Verdauung

Im Ayurveda wird bedacht, dass ein Nahrungsmittel noch so gesund sein kann, wird es nicht richtig verwertet, ist es auch weniger wert. Und da süße Speisen schwer zu verdauen sind, kommen diese zuerst an die Reihe. Verwechseln Sie aber bitte nicht ayurvedische Küche mit asiatischer. Es gibt Überschneidungen, gewiss, aber eben auch viel mehr Unterschiede. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass im Ayurveda keine Rohkost gereicht wird. Nahezu alle Speisen sind gekocht, um vom Körper besser aufgenommen zu werden.

Kuren

Wichtig zu verstehen beim Thema Ayurveda-Kuren ist, dass wir nicht von Wellness im ursprünglichen Sinn sprechen, sondern von medizinisch-therapeutischen Kuren. Diese sollten ausschließlich in Fachzentren angeboten werden. Typisch für eine Ayurveda-Kur ist die Panchakarma-Kur. Der Begriff bedeutet »die fünf Handlungen« und genau darum geht es auch. Eine tiefe Reinigung ist das Ziel, alle Schlacken und Gifte sollen aus dem Körper hinausgeleitet werden. Dabei kann Panchakarma sowohl präventiv eingesetzt werden, als auch zur Heilung von Krankheiten. Die Reinigung selbst dreht sich um das Abführen und Ausschwitzen. Zu diesem Zweck bekommen die Patienten spezifische Kräuterzubereitungen gereicht. Übergeordnetes Ziel ist es, Körperfunktionen wie den Fettstoffwechsel oder die Leber zu aktivieren, um so die sogenannten Schlacken aus dem Körper zu schwemmen. Nach diesen Reinigungsprozessen wird der Körper während der Kur auch wieder gestärkt und aufgebaut. Hierfür werden auch Massagetechniken wie etwa Wasser-Shiatsu oder auch Yoga eingesetzt. Wie genau die Kurinhalte aufgebaut sind, ist von Angebot zu Angebot unterschiedlich. Wesentlich für Interessenten ist, dass es bei einer Ayurveda-Kur nicht um eine schicke Massage in einem netten Ambiente geht, sondern dass man bewusst einen seriösen Anbieter wählt, der auch das medizinisch-therapeutische Wissen aufweisen kann.