Autorin Anne Klein
Sugaring
Etwa 70 Prozent der europäischen Frauen entfernen regelmäßig unerwünschte Haare, wobei die Deutschen und die Österreicherinnen in diesem Punkt des Körperbewusstseins überraschenderweise an letzter Stelle liegen. Aber auch Männer legen immer mehr Wert auf einen glatten, haarlosen Körper. Während in Europa sich die Frauen langsam an weniger Körperbehaarung gewöhnen, ist die Haarentfernung in muslimischen Ländern kulturell tief verankert. Seit König Salomon (10.Jh.v. Chr.) enthaaren sich die Frauen im Hamam und verwenden dabei bevorzugt Salben und Wachse oder spezielle „Faden-Techniken“. Vor einer Hochzeit zum Beispiel ist es heute noch Tradition, dass sich die Frau komplett enthaart, denn glatte Haut ohne Körperbehaarung gilt im Orient als Aphrodisiakum für Männer.
Wochenlang glatte Haut und das ganz ohne Rasierpickel, gereizte Haut und Schmerzen: Sugaring macht es möglich. Wer ein haarfreies Hautgefühl am liebsten mag, findet viele Methoden zur temporären oder langfristigen Haarentfernung – über Laser, IPL, Epilierer, Wachs und vieles mehr. Im Vergleich zu Waxing und Co. ist die natürliche Haarentfernung mit der Sugaring-Methode nahezu schmerzfrei und besonders schonend zur Haut.
Beharrlich sein
Gleichgültig, ob aus hygienischen, religiösen oder ästhetischen Gründen, es gibt unterschiedliche Verfahren der Haarentfernung. Neben den herkömmlichen Enthaarungsverfahren ist in den letzten Jahren die dauerhafte Haarentfernung immer mehr thematisiert worden. Denn übermäßige Gesichts- oder Körperbehaarung ist ein weit verbreitetes Problem. Dieses führt oft zu erheblicher psychischer Belastung und damit zur Verminderung der Lebensqualität. Die Ursachen reichen von einer genetischen Veranlagung, Einnahme von Medikamenten bis hin zu Hormonstörungen. Aber auch eine normale Behaarung kann mitunter unerwünscht und kosmetisch störend sein. Um lästige Behaarung an bestimmten Körperpartien wie zum Beispiel Armen, Beinen, Achselhöhlen und Gesicht zu entfernen, bieten sich grundsätzlich zwei Vorgehensweisen an: mechanisch oder chemisch. Zum ersten Grundtyp der mechanischen Haarentfernung gehören die Rasur, das Auszupfen bzw. Ausreißen sowie die elektrolytische Haarentfernung. Schnelle Hilfe bringen die Elektro- und die Nassrasur.
Beim Sugaring handelt es sich um eine spezielle Haarentfernungsmethode, bei der Zuckerpaste auf der Haut zur Haarentfernung angewendet wird. Sie findet ihren Ursprung im Orient und im Hamam und erfreut sich mittlerweile auch in den USA, Südamerika und Europa großer Beliebtheit. Im arabischen Raum ist sie unter der Bezeichnung „Halawa“ bekannt. Die Paste besteht aus nur wenigen Zutaten, genauer gesagt aus Wasser, Zitronensaft und Zucker und lässt sich daher auch ganz einfach selber machen. Durch das Gemisch erhält die Paste eine klebrige Textur, die sich besonders präzise zur Haarentfernung anwenden lässt. Ob an den Achseln, den Armen, im Gesicht, der Bikinizone oder den Beinen ist hierbei ganz Ihnen überlassen – Sugaring funktioniert am gesamten Körper und ist obendrein für nahezu alle Hauttypen geeignet.
Süße Methode
Für die Haarentfernung mit Sugaring-Paste gibt es drei mögliche Optionen: Entweder Sie buchen eine Behandlung in einem Beautysalon, Sie stellen die Zuckerpaste für zu Hause einfach selbst her oder Sie kaufen Sie online oder in der Drogerie. Die Methode ist immer gleich: Zur Anwendung wird die honigfarbene Zuckerpaste auf der Haut entgegen der Haarwuchsrichtung angesetzt und mitsamt der Härchen und Haarwurzeln wieder abgezogen. Als Vorbereitung und zur Vorbeugung eingewachsener Haare können Sie ein paar Tage vor dem Sugaring ein Peeling durchführen, um abgestorbene Hautschüppchen abzutragen.
Das Sugaring lässt sich auch zu Hause anwenden, zum Beispiel so: 1/4 Tasse Wasser, 1/4 Tasse Zitronensaft und 2 Tassen Zucker köcheln lassen, bis die Flüssigkeit eine hellgelbe Farbe annimmt. Abkühlen lassen. Einen Klumpen der zähen Masse so lange mit den Händen kneten, bis sie sich leicht von den Fingern löst und weißlich-gelb aussieht. Dann entgegen der Haarwuchsrichtung mit viel Druck auf die gewünschten Stellen streichen und mit einem oder mehreren Rucks in Haarwuchsrichtung abziehen. Autsch! Und voilà: Härchen weg, zumindest dort, wo sie länger als etwa 5 Millimeter waren. Die Haut ist danach leicht gerötet, aber am nächsten Morgen ist alles wunderbar glatt. Fazit: Das Sugaring nimmt wenig Zeit in Anspruch, geht leicht und fällt glatter aus als das Rasieren. Nachteil: Härchen müssen 5 Millimeter lang sein. Die Zuckerpaste ist mit wundheilenden Wirkstoffen ausgestattet. Angeblich kann Body Sugaring daher sogar bei Menschen mit Schuppenflechte und Akne angewendet werden. Die Methode verspricht für die Haut Enthaarung mit Wellness-Faktor: Weniger schmerzhaft als Epilieren und Waxing, schnell, nachhaltig und mit entspannenden Nebeneffekten.